Unser Schulhund Carlyn

Seit dem vergangenen Sommer haben wir das Glück einen echten Schulhund unser eigen zu nennen. Carlyn ist eine dreijährige Berner Sennenhündin.

Unter den Bildern finden Sie und findet ihr nähere Informationen zur Tiergestützten Pädagogik, Hunden in der Schule und natürlich auch über Carlyn.

Nun einige Schnappschüsse von Carlyns Arbeit.

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Hunde in der Schule: Tiergestützte Pädagogik am RHG

Die tiergestützte Pädagogik befindet sich bundesweit noch in den Kinderschuhen. Besonders an den Gymnasium gibt es bisher erst wenige ausgebildete Schulhunde. Wir am RHG haben das Glück einen richtigen Schulhund im Einsatz zu haben. Im Folgenden wollen wir euch und Sie über den Einsatz von Hunden in der Schule informieren und dabei helfen Ängste abzubauen.

Was der Schulhund im Unterricht leisten kann

Hunde erzielen in der tiergestützten Pädagogik große Erfolge. Allerdings muss dabei beachtet werden, in welchem Rahmen die Tiere in der Schule zum Einsatz kommen. Im täglichen Unterricht mit ganzen Klassen lassen sich vor allem die folgenden Wirkungen erzielen: Schulhunde bauen Stresssymptome ab, wirken entspannend, sorgen für mehr Ruhe im Klassenraum und bringen mehr Freude in den Unterricht. Sie verändern die Atmosphäre völlig. Besonders im Sozialverhalten zeigen sich meist von der ersten Stunde an Änderungen. So sind z.B. fast alle Schüler durchgängig bemüht Rücksicht auf das Tier zu nehmen. Dabei achten sie aufeinander und erinnern sich gegenseitig an wichtige Regeln. Ein Eingreifen durch den Lehrer ist meist nicht nötig.

Häufig profitieren auch besonders ruhige und ausgegrenzte Schüler von den Hunden. Oft fällt es diesen Kindern schwer, auf andere zuzugehen oder sich in der Klassengemeinschaft einzufügen. Über die Hunde -welche ein besseres Gespür für die Stimmungen und Nöte der Kinder haben- stärken diese Kinder ihr Selbstwertgefühl und bekommen durch Gespräche über die Tiere leichter Kontakt zu Mitschülern.

Daneben geht es aber auch darum, häufig unbegründete Ängste vor Hunden abzubauen, die Hundesprache zu verstehen, den Umgang mit bekannten und fremden Hunden zu erlernen und dies am eigenen Körper zu erfahren.

Hunde besser verstehen lernen

Viele Familien haben Hunde Zuhause und verbringen so 24 Std. mit ihrem Tier. Dafür wissen gerade Kinder oft sehr wenig über die Sprache und das Wesen ihres Tieres. Originalbegegnungen im (Biologie-)Unterricht ermöglichen auch „erfahrenden“ Kindern ihr Wissen zu erweitern und sorgen für so einige „Aha-Erlebnisse“. 

Typische Fragen rund um das Thema Hunde in der Schule

Lebende Hunde in der Schule... Ist das nicht gefährlich? Hunde können doch beißen!

Unsere Schulhündin Carlyn hat eine spezielle Ausbildung absolviert. Außerdem besucht sie weiterhin wöchentlich die Hundeschule. Es handelt sich um eine ruhige, sehr gut erzogene Hündin, die auch in stressigen Situationen nicht aggressiv wird. Um dies zu bestätigen hat sie einen so genannten Wesenstest absolviert, bei dem die Hunde absichtlich in für sie unangenehme Situation gebracht werden. Außerdem arbeitet sie im Mensch-Hund-Team mit ihrem Frauchen, die ebenfalls für diese Arbeit ausgebildet wurde. Die beiden kennen sich genau. Wird es Carlyn doch einmal zu viel, erkennt ihr menschlicher Partner dies und wird die Situation auflösen.

Durch Hunde können die Kinder doch krank werden, oder nicht?

Die größte Ansteckungsgefahr für Kinder sind andere Kinder! Carlyn wird regelmäßig tierärztlich untersucht, entwurmt und geimpft. Natürlich sollten sich die Kinder vor dem Essen die Hände waschen. Aber das sollten sie generell tun, wenn sie vorher viele verschiedene Dinge angefasst haben. Auf hygienische Maßnahmen im Umgang mit dem Vierbeiner wird im Unterricht selbstverständlich geachtet.

Sind Angst, Unsicherheit und falsches Verhalten denn wirklich so weit unter den Kindern verbreitet?

Leider ja! Dabei haben die meisten Kinder selber keine schlechten Erfahrungen mit Hunden gemacht. Es scheint so zu sein, dass Eltern, die sich vor Hunden fürchten, diese Angst entweder offen oder auch unbewusst auf ihre Kinder übertragen. Jedenfalls geben die meisten ängstlichen Kinder im Unterricht ihre Eltern als Verursacher der Ängste an.
Wird die Angst bereits im Kontakt mit kleinen Hunden geschürt, so sind heftige Angstreaktionen beim Anblick größerer Hunde vorprogrammiert. Auch das Aussehen eines Hundes spielt beim Auslösen von Ängsten eine Rolle: Hunde mit wolfsähnlichen oder „strengen“ Gesichtern werden eher gefürchtet als langhaarige mit rundlichen Gesichtern und Schlappohren. Leider verführt dann der Anblick eines „lieb“ aussehenden Hundes die Kinder dazu, sich tapfer zu fühlen und sich unbekümmert zu nähern. Diese Unbekümmertheit rächt sich häufig, weil der Hund vielleicht doch nicht so lieb ist wie er aussieht; solche Erlebnisse bestätigen dann die Kinder in ihrer Angst vor Hunden. Daher gilt immer: Hunde nicht einfach anfassen!

Und wie fühlt sich der Schulhund?

Zunächst einmal können nur Hunde mit einem bestimmten Wesen überhaupt Schulhunde werden. Sie müssen generell Kinder mögen, Freude an dem allgemeinen Tohuwabohu haben und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen.

Schulhunde gibt es nur im Team mit ihrem Besitzer. Da diese selber ausgebildet wurden, kennen sie die typischen Stresssymptome ihres Hundes und werden ihn, wenn es ihm zu viel wird z.B. in einen anderen Raum bringen.

Unsere Schulhündin liebt Kinder und findet es toll, wenn viel los ist und sie gekrault wird. Generell ist sie für vieles zu haben, allerdings nur so lange ihr Frauchen in der Nähe ist. Empfindlich reagiert sie auf Lärm.

Trotzdem ist das „Schulhundedasein“ sehr anstrengend und die Hunde benötigen regelmäßige Pausen in Form von Ruhe oder auch eines Spazierganges. Je nachdem was für ein Wesen der Hund hat.

Daten zum Schulhund

Carlyn ist eine dreijährige Berner Sennenhündin. Sie hat ihre BH-Prüfung beim SV Ortsverein Schwerte am 05.04.08 bestanden. Weiter läuft sie regelmäßig Prüfungen in Obedience (Gehorsam und Unterordnung) (LK-NR 100343). Ihren Wesenstest hat sie beim Silvia Weber in Bochum erfolgreich bestanden. Die Ausbildung zum Schulhund hat sie bei der Hundeschule Sound of dogs (nähere Infos zu Art und Umfang der Ausbildung auf: www.soundofdogs.de.vu) absolviert. Carlyn wird regelmäßig geimpft, entwurmt und tierärztlich untersucht. Sie ist registriert (SSV-BS 48577) und selbstverständlich haftpflichtversichert.

Habt ihr/ haben Sie noch mehr Fragen. Ich beantworte Sie gerne! Kommt / kommen Sie doch einfach im Lehrerzimmer vorbei.

Nadine Asmuth